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Heilpflanze des Monats

"Schafgarbe" steht für zahlreiche Arten der Achillea-millefolium-Gruppe...

Die Schafgarbe - Achillea millefolium L.

Der Begriff Schafgarbe umfasst zahlreiche, äußerlich kaum zu unterscheidende Pflanzen, die botanisch die Achillea-millefolium-Gruppe bilden. Die Pflanzen werden bis zu 1,5 m hoch und besitzen mehrfach fiederschnittige Blätter. Die kleinen Blütenköpfchen aus weißen oder rosafarbenen Zungenblüten sitzen in Doldenrispen. Auch in der Zusammensetzung der gebildeten Inhaltsstoffe können sich die einzelnen Arten unterscheiden. So gibt es z. B. Sippen, die Proazulene bilden während dies bei anderen nicht der Fall ist.

Vorkommen
Die Schafgarbe ist in Europa, Nordasien und Nordamerika beheimatet. Die Droge wächst wild und wird in Kulturen gezüchtet. Hauptlieferländer sind die südost- und osteuropäischen Länder. Teilweise auch Deutschland.

Anwendung
Medizinisch verwendet werden die Blüten oder das Kraut. Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete entsprechen weitgehend denen der Kamille.

Schafgarbenkraut und Blüten enthalten ein ätherisches Öl, dessen Gehalt und Zusammensetzung je nach Herkunft, Erntezeitpunkt und zugrunde liegender Arten variieren kann. Teilweise überwiegen Monoterpene, wie Campher und Cineol, teilweise Sesquiterpene, wie z.B. Guaianolide, zu denen die Proazulene wie z.B. das Achillicin gehören, aus denen sich bei der Destillation Chamazulen bildet (s. Kamille). Nach dem Arzneibuch muss die Droge einen Mindestgehalt von 0.02% Proazulene aufweisen.

Ferner enthält das Kraut Bitterstoffe, im Tierversuch antitumoral wirkende Sesquiterpenoide (Achimillsäureester), Flavonoide, Cumarine, Phenolcarbonsäuren und Betaine.

Die Anwendungsgebiete entsprechen weitgehend denen der Kamillenblüten. Die Wirkungen sind entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell und fördernd auf die Gallensekretion.

Innerlich werden Schafgarbenzubereitungen bei Appetitlosigkeit und leichten, krampfartigen Beschwerden der Verdauungsorgane (Entzündungen, Durchfälle, Krämpfe) angewandt.

Äußerlich in Form von Sitzbädern bei funktionellen Unterbauchbeschwerden der Frau und in Form von Umschlägen oder Spülungen bei entzündlichen Erkrankungen der Haut und Schleimhäute.

In der Volksheilkunde werden Zubereitungen aus der Schafgarbe zur lokalen Blutstillung verwendet. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt.

Dosierung

Tee:
2 Teelöffel (2 - 4 g) Schafgarbenkraut mit ca. 150 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten bedeckt ziehen lassen, dann abseihen. 3 bis 4 mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken.

Tagesdosis:
4,5 g Schafgarbenkraut oder 3 g Schafgarbenblüten oder 3 Teelöffel Frischpflanzensaft oder 3 g Schafgarbenblüten.

Sitzbäder:
100 g Schafgarbenkraut werden mit 1-2 l heißem Wasser übergossen, 20 Minuten bedeckt ziehen gelassen und dann abgeseiht. Dieses Konzentrat gibt man zu 20 l Badewasser.

Zubereitungen
Die Schafgarbe ist Bestandteil zahlreicher Fertigarzneimittel aus der Gruppe der Magen-, Darm- und Gallemittel, aber auch aus anderen Anwendungsgebieten, z.B. Mittel gegen Frauenleiden, Wundbehandlungs- und Venenmittel. Verwendung finden auch Frischpflanzenpresssäfte.

Hinweise
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern (z.B. Arnika, Kamillenblüten oder Ringelblumen)!

Vor allem die äußerliche Anwendung kann bei bestimmten Personen zu allergischen Hautreaktionen (juckende, entzündliche Hautveränderungen, Bläschenbildung) führen.

Nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Es gibt keine Untersuchungen, die die Unbedenklichkeit belegen und wegen der uneinheitlichen Zusammensetzung ist dies nur schwierig zu beurteilen.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette Kress

Quelle: www.heilpflanzen-suchmaschine.de
© Mit freundlicher Genehmigung von HEXAL AG

blühende Schafgarbe